«Die Reparatur des Skiliftmotors braucht unsere Reserven auf»
Von Heidy Dietiker. Aktualisiert am 30.12.2014
Gute Schneeverhältnisse in den Weihnachtsferien sind sozusagen die «halbe Miete» für den Weisslinger Skilift. Nach dem miserablen Winter im letzten Jahr hätte man das «Weihnachtspolster» dringend gebraucht. Aber als der Schnee kam, streikte der Skilift-Motor.

Am Skilift Dicki hilft Claudia Nägeli kleinen Skifahrern auf den Lift. (Bild: Heidy Dietiker)
Der Winter ist endlich gekommen, am Skilift Dicki in Weisslingen misst Landwirt Samuel Nägeli 35 Zentimeter Schnee. Vor wenigen Tagen sah das noch ganz anders aus: Heiligabend. Die roten Bügel des Skilifts Dicki in Weisslingen bewegen sich im Wind. Sie scheinen fehl am Platz – der Hang ist grasgrün, die Temperaturen frühlingshaft und von Schnee fehlt jede Spur. Die aktuelle Wetterlage bereitet den Betreibern des Skiliftes Sorgen. «Wir haben so sehr auf Schnee gehofft, denn der katastrophale Winter im letzten Jahr hat unserem finanziellen Polster zugesetzt», sagt Samuel Nägeli. Vergangene Saison habe man den Lift aufgestellt, alles eingerichtet und im Frühling wieder demontiert – ohne dass der Lift auch nur einen einzigen Tag in Betrieb gewesen sei.
Motor stieg aus
Und nun bereitet den Betreibern ein defekter Skilift-Motor zusätzlich grosse Sorgen. Beim Testbetrieb sei der Lift einen kurzen Moment gelaufen, dann habe der Motor den Geist aufgegeben. «Ein neuer Motor würde rund 5000 Franken kosten, das übersteigt unsere Möglichkeiten», sagt Samuel Nägeli. Aber auch die Reparatur kostet noch 1500 Franken. «Diesen Betrag können wir aus den Reserven gerade noch decken.» Es brauche aber dann ein paar gute Tage, sonst werde es kritisch.
Nägeli betreibt zusammen mit seiner Frau Claudia, Fredi Götz und Karl Frei seit bald 20 Jahren den Skilift Dicki am Dorfrand Richtung Kyburg. Für den Betrieb verantwortlich ist jeweils Claudia Nägeli. Sie steht an allen Tagen, an denen der «Händschefrässer» läuft als Frau für alle Fälle im Einsatz. Sie verkauft Billette, serviert Punch, hilft den Kindern an den Bügel und betätigt den Startknopf.
«Das grosse Geld verdienen kann man mit dem Lift nicht. Wenn er aber während des Winters an insgesamt 14 Tagen in Betrieb ist, können wir mindestens die anfallenden Kosten decken», sagt Claudia Nägeli. Deshalb seien die Weihnachtsferien jeweils sehr wichtig. «Liegt in dieser Zeit Schnee, rettet es uns die Saison», sagt Claudia Nägeli. Nicht zuletzt darum, weil beim ersten Schnee die Lust auf Skifahren bei allen noch sehr gross sei. Diese lasse gegen Ende einer Saison jeweils merklich nach. «Eine gute Saison ist es für uns, wenn der Lift gar drei oder vier Wochen läuft.»
Ab Mittwoch läuft er wieder
Der grosse Schnee, auf den Nägeli gehofft hat, ist nun zwar endlich da. Aber noch immer ist der Motor in der Werkstatt. «Wir sitzen wie auf Nadeln – der schlimmste aller Fälle ist eingetreten: Es hat Schnee und wir haben keinen Motor», sagt der Weisslinger Landwirt. Doch Nägelis lassen sich noch nicht entmutigen. Sie rechnen stündlich mit der Lieferung des Motors. «Fredi Götz hat alles daran gesetzt, dass er so schnell wie möglich repariert wird.» Und es sieht gut aus: Der Skilift Dicki sollte ab morgen Mittwoch wieder laufen.
Quelle: Zürcher Oberland Medien AG